Ernst-Abbe-Fonds
Die Carl-Zeiss-Stiftung stiftete 1989 anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens den Ernst Abbe-Fonds.
Der Physiker und Mathematiker Ernst Abbe benannte die Carl Zeiss-Stiftung damals nach seinem kurz zuvor verstorbenen Freund und Geschäftspartner.
Der Ernst-Abbe-Fonds vergibt im jährlichen Wechsel den Carl-Zeiss-Forschungspreis und den Otto-Schott-Forschungspreis für herausragende Arbeiten in der internationalen Optikforschung.
Die Auszeichnungen sind mit jeweils 25.000 Euro dotiert.
Der Carl-Zeiss-Forschungspreis würdigt besondere wissenschaftliche Leistungen in Grundlagenforschung und Anwendung im Bereich Optik.
Der Otto-Schott-Forschungspreis wird für besondere Leistungen auf dem Gebiet „Gläser und Glaskeramiken“ in Grundlagenforschung und Anwendung vergeben.
In der Liste der Preisträger finden sich beispielsweise zwei spätere Nobelpreisträger: Der aus Ägypten stammende Amerikaner Ahmed A. Zewail erhielt 1992 den Carl-Zeiss-Forschungspreis und 1999 den Nobelpreis für Chemie.
Der US-Amerikaner Eric A. Cornell bekam fünf Jahre nach dem Carl-Zeiss-Forschungspreis im Jahr 2001 den Nobelpreis für Physik.
Ernst Abbe
Ernst Abbe geboren am 23. Januar 1840 in Eisenach, war Physiker, Erfinder, Unternehmer und Sozialreformer.
Mit der von ihm entwickelten Theorie der Abbildung im Mikroskop gilt er als einer der Begründer der wissenschaftlichen Optik.
1866 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Unternehmen Carl Zeiss. Carl Zeiss machte Ernst Abbe 1876 zu seinem Teilhaber und bestimmte ihn zu seinem Nachfolger in der Unternehmensleitung von Carl Zeiss.
Gemeinsam mit Otto Schott, Carl Zeiss und Roderich Zeiss gründete Abbe 1884 in Jena das Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen, aus dem sich der heutige Schott-Konzern entwickelt hat.
Um den Bestand der Unternehmen unabhängig von persönlichen Eigentümerinteressen zu sichern, gründete Abbe im Jahr 1889 die Carl-Zeiss-Stiftung, die er 1891 zur Alleineigentümerin der Zeiss Werke und zur Miteigentümerin der Schott Werke machte. Im Stiftungsstatut von 1896 legte er die Verwendung der Unternehmensgewinne zugunsten der Wissenschaft und der Mitarbeiter der Unternehmen fest. Seiner Zeit weit voraus kodifizierte er hier in rechtsverbindlicher Form die Verfassung der Unternehmen.
Ernst Abbe starb am 14. Januar 1905 in Jena.
Weitere Informationen zu den Unternehmen finden Sie auf den Internet-Seiten von Schott und Carl Zeiss.
Verleihung des Carl-Zeiss-Forschungspreises 2011 an Herrn Professor James G. Fujimoto. (v.l.n.r.) Professor Jürgen Mlynek, Dr. Michael Kaschke, Professor James G. Fujimoto, Professor Ernst Otto Göbel, Dr. Markus Weber |