Preise für Überlebensrecht

Die Stiftung Überlebensrecht vergibt drei mit je 4.000 Euro dotierte Preise für Überlebensrecht für innovative Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten oder Promotionen in den Bereichen internationales Recht, Ethik und Friedensforschung sowie Ökologie und alternative Technologien (insbesondere zum Klimawandel und im Bereich der Umweltwissenschaften).


Im Jahr 2015 hat die Stiftung Überlebensrecht diese drei Arbeiten ausgezeichnet:


Sanaz Khanmohammadi

Sanaz Khanmohammadi

Technische Universität Dresden
Fakultät Architektur
Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsplanung

Grün- und Freiraumausstattung iranischer Städte am Beispiel der Stadt Isfahan: Historische Entwicklung und Zukunftsoptionen


Bereits jetzt lebt der größte Teil der Weltbevölkerung (52 Prozent) in Städten (UN 2011). Der städtische Bevölkerungsanteil wird weltweit bis 2050 weiter auf 67 Prozent steigen. Ein besonders hohes Wachstum wird dabei in den Städten der Entwicklungs- und Schwellenländer Asiens und Afrikas erwartet. Industrialisierung, ungesteuerte Verkehrsentwicklung und Ressourcenverbrauch sorgen für zunehmende Belastungen des Naturhaushaltes und eine Abnahme und Belastung städtischer Frei- und Grünräume. Für den Iran wird prognostiziert, dass sich der Anteil der städtischen Bevölkerung von 68,9 Prozent im Jahr 2010 auf 78,2 Prozent im Jahr 2050 erhöht, einhergehend mit Problemen der Luftqualität, der Wasserressourcen und der Qualität der Freiflächen. Auch in Isfahan nehmen Klimawandel und Bevölkerungswachstum negativen Einfluss, insbesondere die Trockenheit des die Stadt durchquerenden Flusses Zayandeh Rud.

Ziel der Arbeit ist es, am Beispiel der Stadt Isfahan im Iran Empfehlungen in Form von Richt-und Orientierungswerten für die Ausstattung iranischer Städte mit Grün- und Freiflächen zu erarbeiten unter Berücksichtigung künftiger Herausforderungen, wie zum Beispiel Klimawandel und veränderte gesellschaftliche Ansprüche.



Carsten Rauch

Carsten Rauch

Leibniz-Institut Hessische Stiftung
Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)
Frankfurt am Main

On Peaceful Power Transition – Die Machtübergangstheorie, das Konzept des friedlichen Machtübergangs und der weltpolitische Aufstieg Indiens


Machtübergänge im internationalen System verlaufen – entgegen einer weitverbreiteten Ansicht – nicht zwangsläufig unfriedlich. Eine systematische Behandlung des Konzepts des friedlichen Machtübergangs steht bisher jedoch noch aus, insbesondere im Rahmen der power transition theory (PTT) – der Machtübergangstheorie. Carsten Rauch bietet in seiner Dissertation den ersten umfassenden Überblick über die Machtübergangstheorie im deutschen Sprachraum. Er zeigt, dass die Idee des friedlichen Machtübergangs implizit bereits in der PTT enthalten ist und argumentiert, dass sie sogar im Zentrum der Theorie stehen sollte.

Zu diesem Zweck rekonzeptionalisiert er die Machtübergangstheorie und ihre zentralen Variablen (Macht, Machtwille, Zufriedenheit) und stellt die Theorie damit vom Kopf auf die Füße. Anhand dieser verfeinerten Machtübergangstheorie analysiert er den derzeit stattfindenden indischen Aufstieg in der Weltpolitik und bewertet den sogenannten "Atomdeal" zwischen Indien und den Vereinigten Staaten als prinzipiell angemessenes Instrument des Machtübergangsmanagements.



Dana Silvina Trif

Dana Silvina Trif

Freie Universität Berlin
Otto-Suhr-Institut

A New Hegemony: International Criminal Justice and the Politics of International Security




Is international criminal justice powerful enough to shape a different and maybe better international order? One of my research goals was to demonstrate that international criminal law does have the power to shape human agency and my study explains how this power works. I argue that Justice has become, at the dawn of the 21st century, the new ideology of international security through the linking of various political demands, the creation of a collective identity, the gripping of empty signifiers such as "accountability" or "peace" as well as the institutionalization of a new political imaginary. Some advocates of forceful international interventions have portrayed this development as a step back in the fight against impunity. My findings legitimize a different interpretation: the discursive change brought about by the transformation of the International Criminal Court into a global security actor reflect changes in the beliefs and values of international agents, whether state or non-state, which would make difficult a return to the impunity practices of the 20th century.


Über die Vergabe des Preises hat der Preisvergabeausschuss im Sommer 2015 entschieden. Ihm gehörten an:

  • Julia Schmidt (Vorsitzende)
  • Daniela Schmidt
  • Ulrich Griesdorn


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