Preisträger 2015:
Winfried Schulz

Der Meyer-Struckmann-Preis, der im Jahr 2015 im Themenfeld "Medienwissenschaften" ausgeschrieben worden war, ging an Prof. Dr. Winfried Schulz, der seit den 1960er-Jahren zu den prägenden Figuren der deutschen Kommunikationswissenschaft gehört.


Prof. Dr. Winfried Schulz (Foto: privat) Schulz war bis zu seiner Emeritierung 2004 Professor für Kommunikations- und Politikwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Jury des Meyer-Struckmann-Preises würdigt mit Schulz einen Wissenschaftler, der mit seinem umfangreichen Werk das Verständnis vom Einfluss der Medien auf unser Weltbild maßgeblich geprägt hat. Sein Buch über die "Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien" gehört zu den Klassikern des Fachs Kommunikations- und Medienwissenschaft. Es hat das Verständnis für die Eigenlogik, nach der die Medien Weltbilder erzeugen, auf eine neue Grundlage gestellt und zahlreiche Forschungsarbeiten inspiriert.

Das Buch ist das in wissenschaftlichen Aufsätzen in den beiden deutschsprachigen Fachzeitschriften "Publizistik" sowie "Medien und Kommunikationswissenschaft" am häufigsten zitierte Werk. Dies verdeutlicht die zentrale Bedeutung, die Winfried Schulz in der Kommunikationswissenschaft einnimmt. Schulz hat als Autor und darüber hinaus in wichtigen Funktionen – als Vorsitzender der DFG-Senatskommission für Medienwirkungsforschung und Koordinator des DFG-Schwerpunktes publizistische Medienwirkungen sowie als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft – die Entwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaft vorangetrieben. Mit Schulz wird ein Forscher ausgezeichnet, dessen Arbeiten zur Analyse politischer Kommunikation international und über die Fachgrenzen hinaus beachtet werden.


Lebenslauf
Winfried Schulz, geboren 1938 in Berlin, studierte von 1960 bis 1964 an den Universität München und FU Berlin Soziologie, Psychologie, Publizistik und Politikwissenschaft mit dem Abschluss als Diplom -Soziologe. Während und nach der Promotion (1968) bzw. Habilitation (1974) war er wissenschaftlicher Assistent und Assistenzprofessor am Institut für Publizistik der Universität Mainz bei Elisabeth Noelle-Neumann. Nach einem Aufenthalt als Research Fellow an der University of California at Berkeley (1975/76) lehrte er seit 1977 als Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster. 1983 wurde er auf den Lehrstuhl für Kommunikations- und Politikwissenschaft der Friedrich-Alexander Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg berufen. Seit seiner Emeritierung 2004 nimmt er einen Lehrauftrag des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der FAU wahr. Winfried Schulz ist Ehrendoktor der Karls-Universität Prag und Fellow der International Communication Association.


Wichtigste Publikationen
Ranghäufigkeit der Zitierungen bei Google Scholar:

  • Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien. Analyse der aktuellen Berichterstattung. Freiburg i. Br. 1990
  • "Mediatization" of politics: A challenge for democracy? In: Political Communication 16, 1999 (mit Gianpietro Mazzoleni)
  • Politische Kommunikation. Theoretische Ansätze und Ergebnisse empirischer Forschung. Wiesbaden, 2011
  • Reconstructing mediatization as an analytical concept. In: European Journal of Communication 19, 2004
  • Massenmedien und Realität, in: Kaase/Schulz, Massenkommunikation. Theorien – Methoden – Befunde. Opladen 1989
  • Qualität von Fernsehprogrammen. Kriterien und Methoden zur Beurteilung von Programmqualität im dualen Fernsehsystem. In: Media Perspektiven 1992, Nr. 11 (mit Heribert Schatz)
  • Kommunikationsprozess, in: Noelle-Neumann/Schulz/Wilke, Das Fischer Lexikon Publizistik Massenkommunikation. Frankfurt am Main 1971-2009



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Die Mitglieder der Jury 2015

  • Prof. Dr. Ulrich Rosar, Dekan der Philosophischen Fakultät
  • Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Kaiser, Vorsitzender der Meyer-Struckmann-Stiftung
  • Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, Prorektorin für Internationales
  • Prof. Dr. Bruno Bleckmann, Altdekan
  • Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Altdekan
  • Prof. Dr. Dirk Matejovski, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft
  • Prof. Dr. Ralph Weiß, Institut für Sozialwissenschaften

Weitere Preisträger